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Adipositaszentrum im St.-Johannes-Hospital Dortmund

Adipositas Zentrum Dortmund

Was ist Adipositas?

Adipositas bedeutet mehr, als zu viel Speck auf den Rippen zu haben. Die Konsequenzen einer Fettleibigkeit spiegeln sich in vielen Organsystemen und in Form von Begleiterkrankungen wider.

 

Betroffene leiden nicht nur unter den körperlichen Folgen der Adipositas, sondern vermehrt auch an den psychischen. Viele Adipöse kapseln sich von der Umwelt ab und suchen Trost, indem sie noch mehr essen. Ein Teufelskreislauf beginnt.

Was ist Adipositas?

Adipositas bezeichnet eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Übergewicht und Adipositas, also Fettleibigkeit, nach dem Körpermasse-Index (Body-Mass-Index = BMI). Den BMI können Sie mithilfe unseres Online-Rechners ganz einfach bestimmen:

(c) www.BMI-Rechner.net | Nährwerttabelle

Hinweis: Damit der BMI-Rechner richtig verwendet werden kann, aktivieren Sie bitte in Ihrem Browser JavaScript.

Neben dem BMI-Wert bestimmt auch die Fettverteilung das persönliche Gesundheitsrisiko. Um diese zu ermitteln, wird der Taillenumfang gemessen. Ist der größer als 92 Zentimeter bei Frauen beziehungsweise größer als 102 Zentimeter bei Männern, geht man von einem stark erhöhten Risiko für Folgekrankheiten aus.

Ursachen für Adipositas

Fett wird in Fettzellen eingelagert, sobald der Energieverbrauch geringer ist als die Kalorienzufuhr. Bei adipösen Menschen können außerdem eine ungünstige genetische Veranlagung, ungesunde Essgewohnheiten, zu wenige körperliche Aktivität und psychische Faktoren in einem komplexen Zusammenhang stehen. Wesentlich seltener werden Menschen durch andere Erkrankungen oder durch Medikamente mit entsprechenden Nebenwirkungen adipös.

Genetische Veranlagung

Es ist bewiesen, dass die Nahrungspräferenz zu hochkalorischen Lebensmitteln genetisch veranlagt ist. Darüber hinaus können bestimmte Gene bewirken, dass der Energieverbrauch eines Menschen sehr gering ist.

Erkrankungen

Zu den Erkrankungen, die zu einer Adipositas führen können, zählen unter anderem Essstörungen, die zu exzessiven Essanfällen mit einer hohen Energiezufuhr führen können. Eher selten kann die Fettsucht eine Folge einer Erkrankung des Hormonsystems wie zum Beispiel eine Unterfunktion der Schilddrüse sein.

 

Auch psychische Erkrankungen spielen eine große Rolle. Oft befinden sich die Betroffenen in einem Teufelskreislauf. Fettsüchtige werden oft negativ stigmatisiert; durch die schlechte Beurteilung durch andere schwindet das Selbstwertgefühl der Betroffenen. Die Folge: weiteres Frustessen.

Fehlende Bewegung

Wer sich nur wenig bewegt und dadurch wenig Kalorien verbrennt, der nimmt unweigerlich zu. Viele Menschen üben ihre berufliche Tätigkeit im Sitzen aus, bewältigen Treppen mit dem Aufzug und fahren jede noch so kurze Strecke mit dem Auto.

Falsche Ernährung

Laut der Gesellschaft für Ernährung essen die Deutschen durchschnittlich 100 Gramm Fett am Tag. Experten empfehlen aber nur 60 bis 70 Gramm. Falsche Ernährung wird vor allem durch Stress oder Frustsituationen begünstigt. In schlimmen Phasen des Lebens wird Essen schnell zu einer Ersatzbefriedigung. Auch Zeitdruck, zu viele Süßigkeiten und fast überall verfügbares Fast Food führen zu einer falschen Ernährung. Wer sich gesund ernähren möchte, der sollte auf eine abwechslungsreiche Kost achten und unter anderem die "5 am Tag"-Regel beherzigen: Der Körper benötigt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag.

Folgen von Adipositas

Wer an Adipositas leidet, der hat weniger Ausdauer, ist schneller müde, schwitzt stärker und ist kurzatmiger als normalgewichtige Menschen. Adipöse sind in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt, oft haben sie Schmerzen in Knien, Hüften und Wirbelsäule. Außerdem besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko für Arthrose.

 

Sehr viel schwerwiegender als die Symptome sind allerdings die Begleit- und Folgeerkrankungen. Folgende Krankheiten machen schwergewichtigen Menschen zu schaffen:

Bluthochdruck

Studien belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Adipositas und Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie). Übererhöhter Bluthochdruck begünstigt Arterienverkalkung, die auch die Herzkranzgefäße treffen kann.

Zuckerkrankheit

Bei adipösen Menschen ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse durch eine ständige Zuckerzufuhr geschwächt. Eine gezielte Insulinantwort nach einer Mahlzeit bleibt deshalb aus. Gleichzeitig sprechen die Körpergewebe nicht mehr richtig auf Insulin an. Dies bewirkt langfristig einen Diabetes mellitus, der anfänglich mit Tabletten, später aber mit Insulininjektionen behandelt werden muss.

Koronare Herzerkrankung

Je höher der BMI, desto größer ist das Risiko für eine Verkalkung der Herzkranzgefäße und für einen Herzinfarkt.

Psychosoziales Leiden

Wer extrem übergewichtig ist, leidet häufig unter einem geringen Selbstwertgefühl, Depressionen und verstärkter Ängstlichkeit. In einen Teufelskreislauf geraten die Betroffenen dann, wenn sie sich mit Essen zu trösten versuchen.